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Ein Unternehmen – mehrere Köpfe

In dieser Folge spreche ich über die typischen Stolpersteine, die entstehen, wenn mehrere Menschen gemeinsam ein Unternehmen gründen oder führen – und wie ihr sie vermeiden könnt. Denn gute Beziehungen allein reichen nicht aus, um ein starkes, nachhaltiges Unternehmen aufzubauen.

Ich teile mit dir meine eigenen Erfahrungen aus Projekten und Startups, zeige dir, welche Fragen ihr euch unbedingt stellen solltet und warum Klarheit das A und O ist – in der Kommunikation, in der Rollenverteilung und im Umgang mit Konflikten. Eine Folge für alle, die im Team gründen oder zusammenarbeiten – egal ob zu zweit oder im größeren Team.

Der Podcast kurz zusammengefasst:

Freundschaft und ein gemeinsames Ziel reichen nicht aus

Sie kennen sich gut, sind vielleicht sogar befreundet und verfolgen dieselbe Vision? Das ist ein guter Start – aber keine Garantie dafür, dass Sie als Team funktionieren. Aus anfänglicher Begeisterung wird schnell Frust, wenn die Grundlagen der Zusammenarbeit nicht stimmen. Die Folge: viel Kraft und Zeit fließen in interne Klärungen, anstatt ins eigentliche Geschäft. Wer als Co-Founder oder Mitinhaber:in langfristig erfolgreich sein will, kommt an einem Thema nicht vorbei: Klarheit.

Sprechen Sie wirklich über das Gleiche?

Sie glauben, dasselbe Ziel zu verfolgen – meinen aber oft ganz unterschiedliche Dinge damit. Genau hier entstehen die meisten Reibungsverluste im Gründerteam. Man geht davon aus, dass die andere Person das Gleiche meint, spricht es aber nie im Detail aus. Das Ergebnis: endlose Diskussionen, obwohl man inhaltlich gar nicht so weit auseinanderliegt. Oder umgekehrt – man denkt, man sei sich einig, handelt dann aber in völlig unterschiedliche Richtungen.

Klarheit beginnt bei jedem Einzelnen – schriftlich, nicht nur im Kopf.
Bevor ein Team über eine gemeinsame Vision spricht, sollte sich jede Person zunächst allein Gedanken machen: Wofür mache ich das? Wo will ich hin? Welche Werte sind mir wichtig? Erst danach werden diese Antworten zusammengeführt – am besten schriftlich. Denn unser Kopf gleicht kleine Widersprüche automatisch aus, solange nichts festgehalten wird. Zwei Schiffe, die vom gleichen Punkt aus starten und nur einen halben Grad voneinander abweichen, fahren zu Beginn fast nebeneinander. Mit der Zeit wird aus der kleinen Abweichung ein großer Abstand. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf den gemeinsamen Kurs – nicht nur am Anfang, sondern immer wieder.

Erwartungen klären – an sich, an das Team, an das Unternehmen

Unausgesprochene Erwartungen sind einer der größten Stolpersteine in Unternehmerteams. Jede Person hat Erwartungen an die anderen, an die eigene Rolle und an das gemeinsame Unternehmen – oft ohne sie je ausgesprochen zu haben. Die Enttäuschung folgt dann fast automatisch. Wer klärt, was jedem Einzelnen wichtig ist und was ihn antreibt, versteht plötzlich, warum bestimmte Punkte für die andere Person so viel Gewicht haben. Vier Fragen helfen dabei:

  • Was erwarten Sie voneinander?
  • Was erwartet jede Person vom Unternehmen?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn ein Thema der einen Person wichtig ist – der anderen aber nicht?

Diese Fragen gelten besonders in Krisen- und Stresssituationen. Wer sie frühzeitig beantwortet, erspart sich viel unnötigen Frust.

Rollen und Verantwortlichkeiten festlegen

Wer macht was – und wer entscheidet was? Ist das nicht klar geregelt, bleiben Aufgaben liegen, werden doppelt erledigt oder es fühlt sich am Ende niemand zuständig. Eine klare Aufteilung nach Stärken schafft hier Struktur: Jede Person übernimmt die Bereiche, in denen sie wirklich stark ist, statt bei allem mitzureden. Genauso wichtig: Wer hat bei welcher Entscheidung das letzte Wort? Und wie gehen Sie damit um, wenn die Vorstellungen zur Qualität der Arbeit auseinandergehen? Beides gehört konkret besprochen und schriftlich festgehalten – nicht nur angenommen.

Vorsorge für schwierige Phasen treffen

In jeder Zusammenarbeit gibt es irgendwann herausfordernde Phasen – ganz unabhängig davon, wie gut das Team funktioniert. Entscheidend ist, ob vorab geklärt wurde, wie mit Konflikten und Krisen umgegangen wird. Ohne einen gemeinsam definierten Punkt, ab dem ein Projekt als gescheitert gilt, zieht sich Frust oft unnötig lange hin. Fragen, die sich jedes Team stellen sollte:

  • Wie gehen wir mit Rückschlägen um?
  • Ab wann läuft etwas tatsächlich schief – und wie definieren wir das?
  • Was passiert, wenn jemand aussteigen möchte?
  • Wie lösen wir Meinungsverschiedenheiten?

Wer diese Punkte erst klärt, wenn es bereits hart auf hart kommt, kommt meist zu spät. Die Emotionen sind dann längst zu hoch, um sachlich zu entscheiden.

Fünf Klarheitsfelder als Basis für den gemeinsamen Erfolg

Sprechen Sie wirklich über das Gleiche? Passen Werte, Antrieb und Vision zueinander? Sind die Erwartungen aneinander, an das Unternehmen und an die jeweiligen Rollen geklärt? Wissen Sie, wie Sie mit Herausforderungen umgehen? Wer diese Fragen für sich und im Team durchgeht, verhindert klassische Stolpersteine und schafft eine Basis, auf der ein Unternehmen langfristig stark aufgestellt ist. Mehr Klarheit, mehr Leichtigkeit, mehr Wirkung – die investierte Zeit zahlt sich um ein Vielfaches aus.



Was sind die häufigsten Gründe für Konflikte zwischen Co-Foundern?

Meist liegen unausgesprochene Erwartungen, unklare Rollen und unterschiedliche Vorstellungen von Vision und Werten zugrunde – nicht mangelnde Sympathie.

Sollte man mit Freund:innen ein Unternehmen gründen?

Freundschaft allein ersetzt keine geklärten Grundlagen. Wichtig ist, gerade bei bestehenden Beziehungen Rollen, Erwartungen und Entscheidungswege bewusst zu besprechen.

Wie klärt man Erwartungen im Gründerteam am besten?

Am wirksamsten ist es, wenn jede Person zunächst allein für sich reflektiert und die Ergebnisse anschließend schriftlich zusammenführt – so werden Unterschiede sichtbar, bevor sie zu Konflikten werden.

Was gehört zu einer klaren Rollenverteilung im Unternehmerteam?

Eine Aufteilung nach individuellen Stärken, klare Zuständigkeiten sowie die Frage, wer bei welchem Thema die letzte Entscheidung trifft.

Wie geht man mit Konflikten zwischen Mitinhaber:innen um?

Am hilfreichsten ist es, Regeln für Krisensituationen bereits vor dem Konflikt festzulegen – etwa, wann ein Projekt als gescheitert gilt oder wie Meinungsverschiedenheiten gelöst werden.

Der Podcast in Worten – das Transkript für alle Leser: