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Muss ich mir das merken?

Kennst du das? Du gehst spazieren, räumst die Küche auf und plötzlich kommt ein Gedanke: „Das muss ich mir unbedingt merken!“ Ein Gespräch, das du führen solltest, eine Beobachtung, etwas das du jemandem sagen wolltest. Und sofort entsteht Druck.

Mir ist das letztens nach einem intensiven Workshop passiert. Dann habe ich mich gefragt: Warum muss ich mir das eigentlich merken? Ist das mein inneres Gossip Girl oder versuche ich wieder, Verantwortung für etwas zu übernehmen, das gar nicht meins ist?

In dieser Folge teile ich, wie befreiend es sein kann, sich bewusst zu sagen: „Ich muss mir das nicht merken.“ Not my monkeys, not my circus. Manchmal dürfen wir einfach loslassen.

Der Podcast kurz zusammengefasst:

Sie führen ein Gespräch, ein Workshop ist gerade zu Ende, und schon taucht der Gedanke auf: „Das muss ich mir merken.“ Eine Beobachtung, ein Satz, eine Aufgabe, die eigentlich gar nicht Ihre ist. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Genau dieses Muster begegnet vielen Unternehmer:innen und Führungskräften täglich – und es kostet mehr Kraft, als es auf den ersten Blick scheint.

Das Problem: Verantwortung, die nicht Ihre ist

Wer ein Unternehmen führt, trägt viel Verantwortung. Das gehört dazu. Problematisch wird es erst, wenn sich diese Verantwortung unbemerkt ausweitet – auf Themen, Gespräche und Beobachtungen, die eigentlich gar nichts mit der eigenen Aufgabe zu tun haben.

Der Kopf sammelt dann munter weiter: eine Bemerkung aus dem Team, ein ungutes Gefühl aus einem Gespräch, ein Detail, das eigentlich jemand anderes lösen müsste. Jeder dieser Gedanken fühlt sich wichtig an. In Wirklichkeit bremst er.

Diese Form der gedanklichen Überlastung zeigt sich oft dort, wo sie am wenigsten Platz hat: bei der Frage, wofür ein Unternehmen eigentlich steht. Wer den Kopf voller fremder Angelegenheiten hat, findet schwer zurück zum eigenen Kern.

Der Wendepunkt: Nicht alles ist Ihre Angelegenheit

Ein einfacher, aber wirksamer Perspektivwechsel hilft hier weiter: Ist das, was gerade im Kopf kreist, tatsächlich meine Aufgabe – oder übernehme ich schon wieder Verantwortung für etwas, das nicht meins ist?

Diese Frage klingt banal. Sie ist es nicht. Denn oft steckt dahinter ein tief verankertes Muster: der Anspruch, sich um alles zu kümmern, alles im Blick zu behalten, nichts zu verpassen. Das amerikanische Sprichwort „Not my monkeys, not my circus“ bringt es auf den Punkt – nicht jedes Problem, das in Ihrer Nähe entsteht, gehört auch Ihnen.

Sich das bewusst zu machen, fühlt sich zunächst ungewohnt an. Danach folgt spürbare Erleichterung.

Die Lösung: Klarheit im Kopf als Basis für Klarheit im Unternehmen

Mentale Klarheit ist kein Nebenschauplatz für Unternehmer:innen. Sie ist die Grundlage für Entscheidungen, für Fokus – und für eine Unternehmensidentität, die trägt. Nur wer im Kopf sortiert ist, kann auch nach außen klar sein: in der Kommunikation, in der Positionierung, im Auftritt.

Drei Fragen helfen dabei, künftig schneller zu unterscheiden:

  • Ist das meine Aufgabe – oder die von jemand anderem?
  • Braucht dieser Gedanke gerade eine Entscheidung – oder darf er einfach vorbeiziehen?
  • Was passiert, wenn ich ihn loslasse – verliere ich wirklich etwas?

Genau an diesem Punkt setzt auch der Identity Process an: Bevor Angebot, Bild und Botschaft eines Unternehmens stimmig werden, braucht es Klarheit über den eigenen Kern und die eigene Richtung. Diese Klarheit entsteht nicht im Außen, sondern zuerst im Kopf der Menschen, die ein Unternehmen führen.

Was das für Ihren Alltag bedeutet

Mehr Klarheit im Kopf bedeutet mehr Fokus im Tagesgeschäft. Mehr Fokus bedeutet mehr Energie für die Themen, die wirklich zählen. Mehr Energie für das Wesentliche bedeutet am Ende: eine Unternehmensidentität, die nicht zufällig entsteht, sondern bewusst gestaltet wird.

Wer lernt, gedanklich abzugrenzen, trifft nicht nur privat klarere Entscheidungen. Er oder sie führt auch ein Unternehmen mit klarerem Kurs.



Warum fällt Unternehmer:innen das Loslassen so schwer?

Wer ein Unternehmen aufgebaut hat, ist es gewohnt, für (fast) alles verantwortlich zu sein. Diese Haltung überträgt sich häufig auch auf Themen, die eigentlich nicht in den eigenen Verantwortungsbereich fallen. Ein bewusster Perspektivwechsel – „Ist das wirklich meine Aufgabe?“ – schafft hier Abhilfe.

Wie erkenne ich, dass ich zu viel Verantwortung übernehme?

Typische Anzeichen sind ein ständig aktiver Kopf, Gedanken, die sich um fremde Themen drehen, sowie das Gefühl, sich Dinge „merken“ zu müssen, die eigentlich niemand von Ihnen verlangt hat.

Was hat mentale Klarheit mit Unternehmensidentität zu tun?

Eine stimmige Unternehmensidentität entsteht aus Klarheit über Kern und Richtung. Wer gedanklich mit fremden Themen beschäftigt ist, hat weniger Kapazität, diese Klarheit für das eigene Unternehmen zu entwickeln.

Wie grenze ich meine Verantwortung sinnvoll ab, ohne unnahbar zu wirken?

Abgrenzung bedeutet nicht, sich nicht mehr zu kümmern. Sie bedeutet, bewusst zu unterscheiden: Wofür bin ich zuständig, und was darf ich getrost loslassen? Diese Unterscheidung schafft Raum für das, was wirklich in Ihrer Verantwortung liegt.

Gibt es einfache Übungen gegen das Gedankenkarussell im Unternehmeralltag?

Ja. Schon die kurze Frage „Muss ich mir das merken – oder darf ich es loslassen?“ wirkt oft überraschend befreiend. Regelmäßig angewendet, wird daraus eine Gewohnheit, die spürbar Klarheit schafft.

Der Podcast in Worten – das Transkript für alle Leser: